Starnberger Seeleben

Seegeflüster 2018:

Starnberg-News Frühjahr 2018

Bewegung am See: was sich in Berg, Starnberg und sonst so tut

Berg, Starnberg, Aufkirchen
Neues in Starnberg: In der Maximilianstraße ist es am 1.März.18 soweit: Sasa's Salon-Bar oder Bar-Salon (je nachdem, wo man selbst seinen Schwerpunkt setzt) öffnet seine Toren im Münchner Hof, endlich wieder Leben in diesen lichten Räumen! Gegenüber, nur wenige Schritte weiter, freut sich ebenfalls ein altes Traditionsgeschäft (Pelz Gebhardt) auf Erfrischung: Merlin (ehemals im Stadtmarkt Starnberg) präsentiert hier - voraussichtlich ab Mai 2018 (Bild oben) - sein funkelndes Trendsortiment an Schmuck, Mode und Accessoires. Und mitten in Starnberg gibt's ab sofort eine appetitliche, neue Kulinarikadresse für italienische Köstlichkeiten - das Lädchen mit dem passenden Namen Buon gusto hat von Dienstag bis Freitag, 8 bis 18.30 Uhr, samstags von 8.30 bis 14 Uhr geöffnet.

Aktuelles aus Berg: Es wird gebaut. Unübersehbar gähnt momentan noch eine große Lücke mitten im Ort. Im Rücken der Bushaltestelle Grafstraße und vis á vis der Rosenapotheke ist jetzt noch Plattland. Was hier demnächst entstehen soll? Status der Gemeinderatsitzung am 20.02: "Der Bebauungsplan wird nun ortsüblich bekanntgemacht und kann eingesehen werden". Schöne Wohn- und Geschäftsleben-Räume würden der Ortsmitte gut tun.

Laden-News aus Aufkirchen:
Nach 23 Laden-Jahren in Aufkirchen schließen Rudolf und Ursula Heinz "ihren" Edeka. Aber: Edeka bleibt am Standort erhalten, nun in eigener Regie. Jetzt wird umfangreich saniert und umgebaut. Fleisch-, Wurst- und Käsetheke werden größer, der Boden neu. Der Umbauphase ist für ca. sechs bis zehn Wochen geplant.

Schon gehört: Kleiner Leuchtturm soll schließen

Er ist nicht schick, hat kein tolles Interieur, keine Lifestyle-Atmosphäre, kein glamouröses oder bahnbrechend originelles Sortiment. Er hat eigentlich gar nichts von dem, was angesagt, begehrlich, regional oder ökologisch besonders wäre - und doch, wenn dieser Laden jetzt - wie es heißt - im Frühjahr schließt, dann geht etwas viel Wichtigeres verloren.

Denn, das was diesen Laden ausmacht, erlebt man hauptsächlich an der Kasse. Und damit ist nicht der Bezahlvorgang gemeint, sondern die kleinen Stücke, die das Alltagsleben hier schreibt. Völlig selbstverständlich und mit echter Wärme fragt die Kassiererin die alte Dame, während sie ihre Einkäufe verstaut, ob's jetzt langsam wieder besser ginge nach der letzten Hüft-OP - man denkt: "okay, die kennen sich" - aber solche fürsorglichen, aufgeschlossenen und oft sehr witzigen Dialoge sind hier an der Tagesordnung. Nachfragen, sich Kümmern, wirklich Interesse haben - am Befinden, der Familie, unlängst Erlebtem. Der Ort des Geschehens ist die unspektakuläre Rossmann-Filiale in Starnbergs Maximilianstraße. Für sich genommen sicher kein Schmuckstück, aber dennoch ein kleiner Leuchtturm der Herzlichkeit. Eine Insel in der wachsenden digitalen Anonymität. Völlig wurscht, ob man einen Mini- oder Maxi-Einkauf tätigt: der Kunde ist hier nicht Portemonnaie sondern Mensch. Mit Fragen, Wünschen, Gefühlen - und so kommt man ihm auch entgegen. Wer hier mit schlechter Laune reingeht, muss damit rechnen, dass er mit guter wieder rauskommt. Blöd nur, dass allen, die diesen Feldversuch unternehmen wollen, nicht mehr viel Zeit bleibt, wenn die Rossmann-Filiale tatsächlich in diesem Mai schließen soll ...


Februar-News für Starnberg & den Starnberger See

In Alltagstrott oder Alltagsturbulenzen (je nachdem, was einem das Leben gerade bietet) geht manchmal unter oder an einem vorbei, was sich in unmittelbarer Nähe so tut. Darum hier ein flinker Überblick über das regionale Geschehen - etwas zurück und etwas nach vorn:

In Alltagstrott oder Alltagsturbulenzen (je nachdem, was einem das Leben gerade bietet) geht manchmal unter oder an einem vorbei, was sich in unmittelbarer Nähe so tut. Darum hier ein flinker Überblick über das regionale Geschehen - etwas zurück und etwas nach vorn: In Starnberg: ... geht das Seebad seiner Vollendung entgegen - Eröffnung ist für Ende April 2018 geplant. Ins ehemalige Stasera ist wieder gastronomisches Leben eingezogen: sieht appetitlich aus und erhält auch ein gutes Echo: Das direkt neben dem Breitwandkino beheimatete Il duetto dello stretto der Gastronomen Gianni Cardillo und William Occors. Nach längerer Sale-Phase ist der ehemalige Schuhladen Unglaublich Schuh im Münchner Hof geschlossen und unter Umbau, das nebenan liegende ehemalige Restaurant (Ex-Maximilians, aber eigentlich immer noch als Königwasser in bester Erinnerung) wird von Sascha Grießhammer und Team zu einem "Gastro-Salon" ( Kombination aus Friseursalon und Gastronomie) verwandelt. Das Burgerhouse (Bahnhofplatz) hat seine Tore geschlossen und das Hotel Starnberger See im Seehof hat sich dank Gastgeberin Eveline Ofner zu einer kleinen Perle verwandelt, das sukzessive immer mehr Glanz erhält (nicht nur zu Oktoberfestzeiten ein guter Tipp für Gäste). Und auch die letzte lange leerstehende Bäckerei Meier-Filiale ist wieder besetzt: in der Hauptstraße bietet jetzt das Amandines et Chocolats Gebäck und Süßes. Wo wir schon beim Gaumen sind: Am Mittwoch ist neuerdings in der Boston Bar (Maximilianstraße) Tapas-Zeit - absolut lohnenswert, aber unbedingt reservieren!

Was es sonst noch Neues gibt

Am Ostufer in Berg gibt es interessante Neuigkeiten in Sachen Seeanbindung: die den See vom Land trennende Mauer beim Hotel Schloss Berg soll weichen und mit Sitztreppen und Neugestaltung mehr Aufenthaltsqualität bieten. Ebenfalls auf eine Neuerung (nämlich einem möglichen Besitzerwechsel) strebt die Buchhandlung Schöner Lesen entgegen: Lese-Expertin Dini Kortmann sucht einen Neubesitzer. Ach ja: und wen's mal wieder nach Wolfratshausen verschlägt, der sollte dem neuen Schokolädchen der Bernhofer Chocoladenmanufaktur (in der Altstadt gegenüber des Cucinella) einen Besuch abstatten: regional lecker!


Ein Haus am See: Es ist Sonntag, die Mülleimer sind voll! Am Dienstag kommt die Müllabfuhr.

Männer & Müll

Sie: „Könntest du bitte den Müll rausbringen?“ Er: „ Klar. Muss das gleich sein?“

Sie: „Nö. Ist halt voll und Dienstag kommt die Müllabfuhr.“ Er: „Okay.“

Montag Morgen: Der Müll steht unbewegt und immer noch voll an seinem angestammten Platz.

Montag Mittag: Keine Veränderung in der Haushalts-Landschaft, bezüglich Müllsituation.

Montag Nachmittag: Die Ausgangsbedingungen haben sich nicht verändert (halt, kleine Korrektur: irgendwie ist es Beteiligten des Haushalts gelungen, den Inhalt des eigentlich vollen Mülleimers weiter anzureichern.) Sie: „Denkst du bitte an den Müll?“ Er: „Klar.“

Es liegt kein Beweis vor, dass er seiner Aussage nicht gefolgt ist – denn: die Gedanken sind frei und die Anweisung war nicht präzise. Sie hätte lauten können: „Bring den Müll raus –JETZT!“ Frühere Feldversuche mit derartiger Aufforderung sind allerdings gescheitert. Sie gipfelten in der Konterreaktion: „Brüll mich nicht so an (ungeachtet der tatsächlich verwendeten Lautstärke).“ Gefolgt von „Hätte ich schon noch gemacht“ und dem Verharren in diesem Konjunktiv: der Müll blieb unberührt am Platz. Zurück zum Montag und seinem Müll. Montag Abend: Der Müll steht unbewegt.

Dienstag früh, 6.00 Uhr. Man hört den Müllwagen durch die Straße ächzen. Sie – im Nachthemd (oder wahlweise Jogging-Schlaf-Getüm) – sprintet mit den übervollen Mülleimern raus zur Tonne, wuchtet den Müll hinein und rast, die Tonne hinter sich herziehend, der Straße und dem Müllwagen entgegen. Punktlandung – Sekunden später rollt der Müllwagen heran, die Müllmänner heben anerkennend den Daumen – die Tonne ist leer.

Dienstag früh gegen 8.00 Uhr. Er: „Guten Morgen.“ Sie bleibt stumm.

Er: „Ist was?“ Sie bleibt stumm. Er: „Nun sag schon.“ Sie: „Es ist Dienstag.“

Er: „ Ja – und ?“ Sie: „Ich habe eben mit Hängen und Würgen gerade noch rechtzeitig die Müllabfuhr abgepasst. Du siehst doch, dass der Eimer voll ist. Ich bin’s leid, dass immer ich den Müll rausschleppe.“

Er: „Mein Gott, dann sag’ halt was.“


See-Geschichten

Bei den Waltons am Ostufer: Richtig nette See-Geschichte  

Gestern Morgen fiel mir ein Stück Zeit vor die Füße. Ich hob es auf und nutzte es: fuhr einfach mal am Ostufer entlang, stieg aus, tankte Herbst-Licht und Sonne, und strandete in Ammerland. Hatte plötzlich Lust, einen (Räucher)-Fisch zu fangen, aber viel zu wenig Geld in der Tasche (mit dem 10 Euro-Schein kuschelten nur ein paar wenige Münzen im Portemonnaie), als ...

... ich mit der Sonne im Rücken beim Fischer Sebald in die Ladenstube trat. Die Frischetheke lockte mich mit appetitlichen, seelichen Pretiosen. Aber von dem Einkaufsglück stand noch das Problem des dünnen Geldbeutels. Dieses schildernd, erhielt ich die erhoffte Antwort: „Mit EC Karte kein Problem“. Das Kartenlesegerät sah es, nachdem ich eine variantenreiche Auswahl (geräucherter Saibling und diverse See & Meerestier-Salate) getroffen hatte, aber anders: es wollte sich nicht verbinden. Wir gaben dem Kartenleser drei Chancen – im Laden, vor dem Laden und auf der Wiese unterm Apfelbaum. Er stellte sich auf stur. Und da ganz lässig, als ich alle Einkäufe schon schwinden sah, sagt die nette Stimme neben mir: „ ... dann zahlen Sie einfach nächstes Mal.“ Ein Erinnerungsblitz tauchte auf: die Heile-Welt-TV-Serie „Die Waltons“ und der darin beheimatete gemütliche Laden von Ike Godsey, für den Kunden in allererster Linie Menschen waren. Beim Sebald kennt man mich allerdings bei weitem nicht so gut wie der liebenswürdige Mr. Godsey seine Kunden kannte. Viel zu selten habe ich die Gelegenheit, hier einzukaufen. Und dennoch sagt man mir: „ dann zahlen Sie einfach nächstes Mal.“ Internet und anonyme Einkaufswelten schmolzen in diesem Moment so wunderbar selbstverständlich weg, wie nur Vertrauen so manches schmelzen lassen kann.

Ich sammelte alles Bare zusammen um beim nächsten Einkauf mit kleinem Schuldenberg – aber umso größerer Freude - zu „Ike Godsey Sebald“ zurückzukehren. Und das nächste Mal füttere ich den Geldbeutel besser, bevor ich wieder auf Entdeckungstour gehe – denn ich bin mir sicher: am See warten noch viel mehr Kleinode!